Helfende Pfoten

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Assistenzhund bei ME/CFS
Team 14. Januar 2026

Wer ihn will, muss auch an die schlechten Tage denken

 

Ein Assistenzhund kann das Leben von Menschen mit ME/CFS erleichtern – aber er ist keine Wunderlösung.

ME/CFS gehört zu den Erkrankungen, die einen Alltag mit starken Einschränkungen, hoher Erschöpfung und unvorhersehbaren Verläufen mit sich bringen. Für viele Betroffene stellt sich die Frage: Kann ein Assistenzhund mir helfen – und bin ich einem Hund überhaupt gewachsen?

Diese Frage ist absolut berechtigt. Denn ein Assistenzhund ist kein medizinisches Gerät. Er ist ein fühlendes Wesen mit eigenen Bedürfnissen – und seine Haltung bringt Pflichten mit sich, die auch an schweren Tagen erfüllt werden müssen.

Was ein Assistenzhund leisten kann

Ein gut ausgebildeter Assistenzhund kann bei ME/CFS viele wichtige Aufgaben übernehmen:

  • Medikamente oder Wasser bringen,

  • auf bestimmte Signale wie Atemnot oder Unruhe reagieren,

  • beim Strukturieren des Tages helfen,

  • Sicherheit im Alltag geben.

In Kombination mit einer Bezugsperson kann der Hund sogar noch mehr leisten – etwa Wege zum Briefkasten begleiten oder zu kurzen Spaziergängen motivieren. Viele Betroffene berichten, dass sie durch ihren Hund wieder mehr am Leben teilhaben können.

Auch ein Assistenzhund braucht Versorgung – jeden Tag

Gerade bei Erkrankungen wie ME/CFS ist das zentrale Thema: Was passiert an schlechten Tagen?

Die Versorgung des Hundes – Futter, Gassi, Beschäftigung – muss auch dann sichergestellt sein.
Dazu gehört:

  • eine eingeplante Bezugsperson (Familienmitglied, Freund:in, Nachbar:in),

  • ggf. ein Gassiservice,

  • ausreichend Ausgleich und Freizeit für den Hund.

Denn auch wenn der Hund im Alltag hilft, ist er und bleibt er ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen – kein jederzeit abrufbares „Hilfsmittel auf vier Pfoten“.

Ein Hund darf auch einfach mal Hund sein

Was viele unterschätzen: Assistenzhunde brauchen nicht nur Training, sondern auch Pausen, Ruhe und artgerechte Auslastung. Spaziergänge, Spielen mit anderen Hunden, Schnüffelaufgaben oder auch mal ein Besuch beim Gassiservice gehören dazu.

Nur so kann der Hund dauerhaft gesund und motiviert im Einsatz bleiben.

Unser Fazit

Ein Assistenzhund kann eine enorme Hilfe sein – aber nur, wenn auch das Umfeld mitspielt.
Dazu gehören:

  • realistische Erwartungen,

  • ein gut überlegter Plan für schwierige Tage,

  • die Bereitschaft, die Bedürfnisse des Hundes genauso ernst zu nehmen wie die eigenen.

Denn Teilhabe bedeutet auch, Verantwortung zu teilen.

Du möchtest mehr wissen oder prüfen, ob ein Assistenzhund für dich infrage kommt?
Dann melde dich bei uns – wir beraten dich gern.

Wichtig zu wissen:

Dieser Beitrag informiert allgemein. Für konkrete rechtliche Fragen wende Dich bitte an eine Fachstelle oder einen Rechtsberater.

Autorin: Katharina Küsters